An der Grenze zwischen Westaustralien und dem Northern Territory befindet sich ein 24-Stunden-Quarantäne Kontrollpunkt. Reisende werden aus Angst vor der Einschleppung der schädlichen Fruchtfliege genau kontrolliert. Es ist nicht erlaubt, Obst, Gemüse, Pflanzen, Erde, Samen, Reis oder Honig über die Landesgrenze mitzunehmen. Wir haben alles Obst und Gemüse aufgegessen. Bei Reis und Honig lassen wir es darauf ankommen. Der Kontrollpunkt sieht unbesetzt aus, wir werden nicht kontrolliert. Glück gehabt! Wir müssen die Uhren 1,5 Stunden vorstellen. Jetzt beträgt der Zeitunterschied zu Deutschland 7,5 Stunden.
Das „Territory“ nimmt ein Sechstel der Fläche von Australien ein. 234.000 Menschen leben dort. Ein Viertel der Bevölkerung sind Aboriginal People. Das Klima ist von zwei Extremen geprägt. Von der „Dry Season“ mit Temperaturen bis 40 Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit und von der „Wet Season“ in der es zu starken Monsun-Regenfällen und gelegentlichen Wirbelstürmen kommt. Für uns Europäer ist das Klima sehr anstrengend.
Nitmiluk National Park
Der Nitmiluk National Park gehört den Jawoyn Aboriginal People. Verwaltet wird er von der National Park Behörde. Die Katherine Gorge ist die Hauptattraktion. Sie besteht aus einem System von 13 Schluchten, die von hohen Sandsteinwänden umgebenen sind, Die australischen Ureinwohner haben dort zahlreiche kulturelle Stätten mit beeindruckenden Felsmalereien an den Wänden. Auf markierten Wanderwegen und auf Bootstouren kann man die verschiedenen Schluchten erkunden. Wir unternehmen morgens um 6:30 Uhr eine Bootstour in zwei der Schluchten der Katherine Gorge. Am Ende der ersten Schlucht verlassen wir das Boot und laufen über die Felsen zur nächsten Schlucht. Mit einem anderen Boot geht es in eine weitere Schlucht hinein. In der Morgensonne leuchten die Felsen und spiegeln sich wunderschön im Wasser. Im Visitor Center besuchen wir eine sehr informative Ausstellung und erfahren viel über das Leben und die Lebensweise der Aboriginal People. Die Nachricht, dass Günter, ein Gruppenteilnehmer auf einer Wanderung ums Leben gekommen ist, hat uns schwer erschüttert. Die Umstände, die zu seinem Tod geführt haben, sind nicht bekannt. Ricarda, seine Frau, ist bis zur ihrer Abreise in Darwin von Jan und Simone begleitet worden. Wir Anderen von der Gruppe sind zum nächsten Ort weitergereist.
Kakadu National Park
Der Kakadu NP liegt im Arnhem Land. Arnhem Land wurde nach dem holländischen Segelschiff Arnhem genannt, das es im Jahre 1623 an die Küste verschlagen hatte. Die Region gilt als uraltes Stammesland der Aborigines. Vermutlich war es sogar die Haupteingangspforte für die Besiedelung des fünften Kontinents vor etwa 45000 bis 50000 Jahren. Dort findet man reichlich archäologische Fundstätten und hervorragend erhaltene historische Felsmalereien. Durch Arnhem Land fließen zahlreiche Flüsse. Sie sind eines der letzten Rückzugsgebiete der Ureinwohner. Hier können diese weitgehend ihre traditionelle Lebensweise pflegen.
Seit 1987 ist der Kakadu National Park UNESCO-Welterbe. Mit 20.000 Quadratkilometern ist er der größte und einer der bedeutendsten NP Australiens. Etwa zwei dutzend Aboriginal Völker haben dieses Gelände an den australischen Staat ausgeliehen. Der Name kommt nicht von den Kakadu Vögeln. Die Bezeichnung stammt von „Gagudju“, der Bezeichnung für eines der hier ansässigen Aboriginal-Völker. Im Kakadu Nationalpark ist ein großer Reichtum einzigartiger Aboriginal Kultur zu finden. An 5000 Plätzen haben die Ureinwohner Felsenkunstwerke geschaffen. Die frühesten werden auf ein Alter von vor 20.000 Jahren geschätzt. Diese prähistorischen Bildergalerien werden wohl im Laufe der Jahre verschwinden, da immer weniger Aborigines über die Fertigkeit verfügen.
Vom Visitor Center in Cooinda unternehmen wir in den frühen Morgenstunden eine Bootstour im Yellow Water. Sie ist eine Inland Lagune des South Alligator Rivers. Mit dem Boot gleiten wir durch das Wasser und beobachten zahlreiche Vogelarten und schauen einem Krokodil beim „Frühstücken“ zu. Nach der Tour können wir uns am Frühstücksbuffett im Visitor Center für den Tag stärken.
Nourlangie
Nourlangie ist ein Felsmassiv innerhalb des Kakadu National Parks. Die Felsmalereien sind schätzungsweise 20.000 Jahre alt.
Ubirr
Die Felsformation Ubirr ist ebenfalls reich an Felsmalereien. Wir sehen Gemälde, die größtenteils im Röntgenstil gemalt sind. Es werden Tiere dargestellt, die Nahrungsressourcen der Ureinwohner waren. Der sogenannte Kontaktstil zeigt Jagdszenen und Begegnungen mit „weißen Jägern“. Vom Plateau haben wir einen schönen Blick in die Umgebung.
Darwin
Darwin ist die Hauptstadt des Northern Territory. Im 2.Weltkrieg diente die Stadt als militärische Verteidigungsbastion gegen eine mögliche japanische Invasion. Die Entdeckung von Bodenschätzen, dem Uran und der Ausbau des Hafens verhalfen Darwin zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Am Weihnachtstag 1974 fegte der Zyklon „Tracy“ mit bis zu 280 km/h über die Stadt und machte große Teile dem Erdboden gleich.
Zu Fuß gehen wir durch die Innenstadt und an der Waterfront entlang. Wir besuchen das Museum & Art Gallery und den botanischen Garten. Am Lee Point außerhalb der Stadt machen wir einen Strandspaziergang. Das Meer ist fast nicht zu sehen, so groß ist der Tidenhub. Bei der Vermietung Apollo haben wir einen Termin mit „unserem“ Wohnmobil. Es wird gecheckt. Bei der Abholung können wir mit dem deutschen Mechaniker sprechen. Ein Fehler wurde ausgelesen. Der Schwimmer im Adblue Tank ist instabil und braucht mindestens einen dreiviertel vollen Tank und alle vier Reifen der Hinterachse sind ausgetauscht worden. Mal sehen! Der Mercerdes Sprinter ist ein sehr sensibles Auto. Nun achten wir auf das Adblue und hoffen wir kommen immer an unser Ziel.

















































































































Kommentar schreiben
Ursula aus München (Montag, 20 Oktober 2025 06:20)
Unglaublich, was ihr alles erlebt! Dankeschön für euren tollen Reisebericht und die schönen Fotos…Das meiste ist mir total unbekannt, klingt herausfordernd. Gut, dass ihr nicht alleine seid! Der plötzliche Tod eines Mitreisenden ist sicher sehr traurig für euch, passt gut auf euch auf!Ihr seid ja Profis, aber göttlicher Beistand ist bestimmt willkommen… Schutzengeldankbarkeit!Alles Gute weiterhin auch fürs Auto. Wir haben hier richtig schöne „goldener Oktober“ Tage mit Farbenrausch und Sonnenschein. Bin mit dem letzten Dampfer von Tutzing nach Starnberg gefahren , jetzt ist Winterpause.