Die Kimberleys

Nördlich der großen Sandwüste erstreckt sich, das kaum erforschte Kimberley-Plateau mit einigen der großartigsten Wildnisgebieten von Australien. Mit rund 400.000 Quadratkilometern ist die Kimberley Region 14-mal so groß wie Belgien. Dort leben nur 34.000 Menschen. Der Rest ist menschenleere Natur und unzugängliche Wildnis. Kennzeichnend sind felsige Schluchten, weitläufiges Savannenland, riesige Rinderfarmen und entlegene Aboriginal Gemeinden. Ein unwirtliches und abweisendes Land, das Bewohnern und Besuchern viel abverlangt. In den Sommermonaten sind dort Tagestemperaturen über 40°C an der Tagesordnung. Gleichzeitig setzen monsunartige Niederschläge ein. Flüsse wie der Fitzroy River und der Ord River, die normalerweise nicht breiter als 100 m sind, verwandeln sich dann in tosende Ströme die sich bis 10 km Breite ausdehnen können. Am eindrucksvollsten erlebt man die landschaftlichen Höhepunkte mit einem 4x4 Fahrzeug auf der rund 700 km langen Gibb River Road. Wo ist „The Beast“? Da müssen wir noch mal her kommen!

 

Broome

 

Anfang des letzten Jahrhunderts war Broome weltweit das führende Zentrum der Perlenfischerei. Sie wurde zur „Perlenhauptstadt der Südhalbkugel“. In den Küstengewässern wurden drei Viertel des Weltbedarfs an Perlen und Perlmutt aus dem Meer geholt.

Wir verbringen 2 Tage in Broome auf einem Campingplatz nahe dem Cable Beach. Beim Gantheaume Point beginnt der 22 km lange feinsandige Strand. Weißer als weiß leuchtet der Silikatsand zwischen den Dünenbergen und dem Strand, der autobahnbreit ist. Den Sonnenuntergang kann man bei einem Ritt auf Kamelen erleben, die am Strand lang geführt werden. Seinen Namen erhielt der Strand von dem Telegrafenkabel, das von dort nach Banyuwangi auf der indonesischen Insel Java führt.

 

Während wir in Broome sind, können wir, die Familie und Freunde aus aller Welt über Zoom mit erleben, wie sich Charlotte und Daniel in Sydney das Ja Wort geben. In einer sehr bewegenden und emotionalen Zeremonie werden Charlotte und Daniel an einem wunderschönen Ort getraut. Wir freuen uns sehr für das junge Paar und wünschen Ihnen alles erdenklich Gute für ihre gemeinsame Zukunft.

 

Wohnmobil Tausch

 

In Coral Bay entdecken wir Mäuse im Wohnmobil. Diese Weggefährten wollen wir so schnell wie möglich wieder loswerden. Mausefallen bringen nicht den gewünschten Erfolg. So bekommen wir in Broome ein anderes Wohnmobil. Wir packen unsere sieben Sachen und ziehen um. Leider kommen wir vom Regen in die Traufe. Auf der Fahrt nach Kununurra, wir müssen 650 km an diesem Tag fahren, wird das Wohnmobil langsamer und langsamer und bleiben dann am Straßenrand stehen. Wir sind ganz alleine auf dem Highway unterwegs und haben keinen Handyempfang. Es hat über 40°C. Zwei Wohnmobile aus unserer Gruppe kommen vorbei und bleiben stehen. Sie erkennen uns an dem Aufkleber von Seabridge. Helfen können sie uns nicht, wissen aber nun über unsere Situation Bescheid. Unsere Reiseleiter sind heute als die Letzten gestartet. Kurze Zeit später versucht Ernst erneut den Motor zu starten, es klappt! Wir fahren 50 km, dann bleibt das Wohnmobil erneut stehen. Mit der eingeschalteten Warnblickanlage stehen wir am Fahrbahnrand. Es dauert nicht lange und Jan und Simone erreichen uns. Nach einer kurzen Testfahrt und Lagebesprechung geht es doch wieder weiter. In Halls Creek tanken wir. 50 km später bleiben wir zum dritten Mal stehen.

Ernst wartet ein paar Minuten, startet, der Camper fährt wieder. Na, das kann ja noch was werden! Die nächste Werkstatt ist in Darwin! Bis dahin sind es noch knapp 2.000 km. Wir werden berichten! Wo ist „The Beast“? Mit ihm sind wir 50.000 km durch Nordamerika gefahren, ohne dass wir liegen geblieben sind.

 

Kununurra

 

Kununurra bedeutet „Großes Wasser“. Das Städtchen entstand 1963 als Versorgungs - und Verwaltungszentrum für das Ord River Irrigation Scheme (ORIS), eines der größten Bewässerungssysteme in Australien. Nachdem der Stausee Lake Kununurra geschaffen wurde, folgte Jahre später die Aufstauung der Ord River zum Lake Argyle. In Kununurra besuchen wir auch den Mirima Nationalpark im Hidden Valley. Den Namen erhielt die Bergkette von den lokalen Miriwoong. In dem Gebiet des Nationalparks befinden sich zahlreiche heilige Stätte der Ureinwohner. Ein Großteil des Parks ist deshalb nicht zugänglich.

 

Lake Argyle

 

Der Lake Argyle ist mit 1000 Quadratkilometern der größte künstliche See des fünften Kontinents. Bis heute wurde ein Bewässerungsgebiet von 6000 Quadratkilometern geschaffen, auf dem eine moderne Plantagenwirtschaft betrieben wird. Es werden Sonnenblumen, Erdnüsse und Sojabohnen, sowie verschiedene Obst und Gemüsesorten angebaut. Im Süden des Lake Argyle befindet sich mit Argyle Diamond Mine die größte Diamantenmine der Welt. Rund 2000 Beschäftigte fördern vorwiegend Industriediamanten.

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Heinz (Samstag, 11 Oktober 2025 18:27)

    Tolle Bilder, hoffentlich fährt euer Wohnmobil bald wieder fehlerfrei!
    Wenn nicht noch mal tauschen, wir hatten im Urlaub auch drei Autos.
    Alles Gute und eine schöne Weiterreise.
    Heinz und Ute

  • #2

    Andrea (Samstag, 11 Oktober 2025 23:16)

    Oh manno, dass ist ärgerlich mit dem WoMo. Ich drücke euch die Daumen, dass es repariert werden kann und dann läuft und läuft und läuft (möglichst ohne blinde Passagiere). Ja und dann gibt es ja tolle Neuigkeiten von Daniel. Gratulation zur Schwieger-tochter.

  • #3

    Ursula aus München (Sonntag, 12 Oktober 2025 07:28)

    Welche Aufregungen und emotionale Herausforderungen -echte Achterbahnfahrten der Gefühle! Und die Sehnsucht nach euerem treuenBiest… das verstehe ich! Viel Geduld und gute Nerven.Die Hochzeit miterleben zu können war wirklich sehr schön und gleichzeitig doch surreal- Zoom ist einesteils toll und trotzdem irgendwie seltsam für mich.Ihre Liebe und Verbundenheit zu sehen und mitzuerleben war wirklich großartig und ich war sehr berührt davon - Sooo schön! Jetzt wünsche ich euch gute Reise und gut, dass ihr in Begleitung seid !